Himmelsberger Dorfchronik vorgestellt



Am 13. April 2018 fand in Himmelsberg ein Festakt zur Buchvorstellung der neuen Dorfchronik „Himmelsberg - Der Werdegang eines oberhessischen Dorfes“ statt

Der „Festausschuss 775-Jahr Feier Himmelsberg“ hatte geladen und über 100 Gäste sind der Einladung gefolgt. Dass Freitag der 13. kein Unglück bringt, zeigte die gelungene Buchvorstellung der neuen Himmelsberger Dorfchronik letzten Freitag. Das Dorfgemeinschaftshaus platzte aus allen Nähten, trotz zusätzlich herbeigeholten Stühlen, musste ein Teil des Publikums mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Zur Begrüßung wurde Sekt gereicht und die Stimmung war von Anfang an Bestens.

Den Auftakt des Festprogramms gaben Elisabeth Kothe und Katharina Schu von der Gruppe Pusteblume, beide stimmten mit ihren Querflöten das Publikum auf die Redebeiträge des Abends ein. Der Festausschussvorsitzende Torsten Wege begrüßte das Publikum sowie die Ehrengäste Bürgermeister Olaf Hausmann, Laudator Prof. Dr. Siegfried Becker, Mitautoren Prof. Dr. Dieter Werkmüller und Prof. Dr. Heinrich Dingeldein, Illustrator Dieter Liedtke, Baumsachverständiger Dr. Joachim Bürger, Pater Erhard, Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber, Mitglieder des Magistrats Karin Pielsticker, Peter Ahne und Stefan Völker, Ehepaar Glorius von Kirchhain Aktiv, Frank Wagner von Mein Kirchhain sowie Karin Waldhüter von der Oberhessischen Presse.

Im Anschluss übernahm Ortsvorsteher Uwe Kemmer das Wort und gab in einer von Anekdoten gespickten Rede einen Überblick über die Organisation, Planung und Ablauf des viertägigen Festprogramms ab 28. April zur Jubiläumsfeier 775 Jahre urkundliche Ersterwähnung von Himmelsberg.

Die Übergabe der Dorfchronik wurde durch Prof. Dr. Siegfried Becker vom Institut für Europäische Ethnologie vorgenommen. In seinem Vortrag ordnete er die Dorfchronik, die auch wissenschaftlichen Maßstäben standhält, in ihrer Bedeutung ein. Im Vorwort zitierte Chronist Willibald Preis aus Theodor Fontanes „Archibald Douglas“ - „Der ist in tiefster Seele treu, wer die Heimat liebt wie du.“Inspiriert durch das Vorwort spricht Becker über den Heimatgedanken. Becker sieht die Himmelsberger Dorfchronik auch als Heimatbuch. Für ihn bekennen sich die Himmelsberger zu ihrem Ort und verstehen diesen als Heimat. Daraus entstanden die vielen Initiativen der Himmelsberger, die auch im Buch beschrieben sind.

Nach einer weitern wunderschönen musikalischen Darbietung der Gruppe Pusteblume, jetzt mit Unterstützung durch Pater Erhard, übernimmt Sabine Schumacher das Wort. Sie spricht zu der Entstehung und Gestaltung des Buches, so besteht das Buch aus 52 Beiträgen und 270 Bilder auf 256 Seiten. Laut Schumacher ist das Buch so gelungen, da es von Himmelsbergern für Himmelsberger geschrieben wurde. Jeder kann sich dort wiederfinden, an Vergessenes erinnern und Neues entdecken. Sie dankt den Mitautoren, den Fotografen, den „stillen Helfern“ - den Korrekturlesern - und vor allem dem Chronisten Willibald Preis für die reibungslose und kreative Zusammenarbeit „frei von jeglichen Eitelkeiten“.

Der Chronist Willibald Preis sprach anschließend über die Inhalte der Chronik. Das Dorfbuch ist eine „Momentaufnahme der letzten 25 Jahre“, die zusammen mit der ersten Chronik von Dr. Schneider als „sehr persönliche Kenntnis von dem Dorfgeschehen über viele Generationen hinweg“ zu sehen ist. Er spricht über die Dorferneuerung, erinnert an Himmelsberger Beiträge zu Feierlichkeiten in den Nachbargemeinden und beschreibt die Besonderheiten, die zur Darstellung des Dorfes in gleich mehreren Filmprojekten geführt haben. Auch Willibald Preis dankt den Mitwirkenden und klugen Ratgebern, die bei der Entstehung der Chronik zur Seite standen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Schirmherren Bürgermeister Olaf Hausmann. Hausmann geht spielerisch auf die vorangegangen Redner ein und verspricht dem kleinen Ort Lettern für ein „Himmelswood“ angelehnt an die berühmten „Hollywood“ Lettern in Los Angeles. Der Schirmherr dankte allen Beteiligten und zeigte sich hoffnungsvoll, dass nach der gelungenen Buchübergabe ein glänzendes Fest folgen wird.

Im Anschluss konnte das 256 Seiten umfassende, reich bebilderte Buch erworben werden. Bei Umtrunk und Snacks signierten Chronist Willibald Preis und Ortsvorsteher Uwe Kemmer die Chroniken auf zahlreiche Nachfrage.

Die Dorfchronik ist in mehrere Themenbereiche unterteilt. Im ersten Teil geht es um die historische Entwicklung des Dorfes bis zur Gegenwart. Es gibt einen Überblick über die Dorfentwicklung. In weiteren Artikeln werden die Entwicklung in Versorgung, Berufsleben und Gewerbe, Landwirtschaft und Jagd behandelt. Auch die Dorferneuerung von 2003 bis 2011 wird beschrieben.

Im zweiten Teil geht es um Unbekanntes aus der Entwicklung des Dorfes vor 1993. In drei Artikeln wird die Himmelsberger Schulchronik, ein bäuerliches Notizbuch aus Himmelsberg (1680/85 bis 1747) sowie das Auswanderschicksal Jennemann aufbereitet.

Im dritten Teil geht es um die Geografie Himmelsbergs mit den Themen Himmelsberger Grenzsteine, Brunnen, Teiche und Wiesenweiher sowie den Premiumwanderweg „Himmelsbergtour“.

Der vierte Teil dreht sich um das Leben in Himmelsberg, wie die Dorfgemeinschaft mit ihrer Mundart und ihren Familiennamen. Es gibt Porträts von Himmelsberger Bürgern. Weitere Artikel erzählen von den Festen und Feierlichkeiten im Ort. Ausführlich werden auch die sieben Vereine bzw. Freizeitangebote beschrieben. Auch die Arbeiten der Dorfgemeinschaft kommen nicht zu kurz: Die erste Dorfchronik von 1993 „Himmelsberg – Der Werdegang eines oberhessischen Dorfes”, Steindenkmal Bartenhausen, Verkehrsdenkmal Wohratalbahn, Geläut der St. Nikolauskirche in Himmelsberg, Muttergotteskapelle, Pläne zu der Himmelsberger Pflegeeinrichtung.

Die Umtriebigkeit des knapp 200 Seelen Dorfes zeigt sich auch in den Initiativen, die unter dem Motto „Ausgewählte Themen zur Dorfgeschichte“ beschrieben werden. Die Artikel beschäftigen sich mit der Entstehungsgeschichte des Gemeindewappen von Himmelsberg, der Dorfverschönerung, Himmelsberg im Film oder den Beiträgen der Himmelsberger bei Festen in den Nachbargemeinden. Die Briefmarke „Linde zu Himmelsberg“ ist die meistverkaufte Naturbriefmarke der Artikel „Linde zu Himmelsberg – Baum und Briefmarke – Wahrzeichen des Dorfes“ erzählt, wie es dazu kam. Auch den beiden Fremdpublikationen sind Aufsätze gewidmet: Fast wie im Himmel – Geschichten von der Linde in Himmelsberg und Ode an Himmelsberg – Gedichte über Himmelsberg.

Im Anhang des Buches finden sich Statistiken über das Gemeinwesen, wie Ortsbeiräte, Stellvertreter und Beisitzende, Entwicklung der Bevölkerung seit 1993, Todesfälle und Geburten und Himmelsberger Hausbesitzer, Funktion der Gebäude und Erbauungsjahr. Dort sind auch der Inhalt der Infostele Flachsrosenteich, die Himmelsberger Presse und eine Bildergalerie abgedruckt. Die Dorfchronik endet mit einem „Dankeschön zum Schluss“.

Das Buch ist mehr als eine Chronik. Auf allen Seiten spiegelt sich das Zusammenleben in einem kleinen Ort wieder. Man muss nicht aus Himmelsberg kommen oder dort leben, um sich von den vielfältigen Themen fesseln zu lassen. Das Buch ist auch mehr als ein Einblick in dörfliches Leben. Vielmehr zeigt es auch auf, was durch Eigeninitiative und Zusammenhalt erschaffen werden kann. Dass ein Dorfleben mehr ist, als ein Rückzugsort vom hektischen Alltag des täglichen Lebens. Es erzählt vom Miteinander, dem Vorwärtsgehen und dem Engagement und der Verbundenheit der Himmelsberger zu ihrem Ort: Gelebte Heimat.

Käuflich zu erwerben ist die hochwertige 256 Seiten starke Chronik bei Lioba Fabian, bei der man auch alle anderen Drucksachen des Dorfes findet (Telefon 06422 5115) und bei Willibald Preis (Telefon 06422 2160). Die Auflage ist limitiert und für 30 Euro erhältlich.

Die Feier zur urkundlichen Ersterwähnung von Himmelsberg in 1243 findet von Freitag, 28. April bis Dienstag 01. Mai 2018 statt. Das viertägige Jubiläum bietet an jedem Festtag besondere Programmpunkte.

Text: Sabina A. Schumacher Fotos und redaktionelle Bearbeitung: Frank Wagner

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